Die Fußball EM noch in bester Erinnerung,
stürmt nun ein weiteres Schweizer Großereignis die
public-Kabarett-viewing-Bühne des TIL. Geboren im
Eidgenössischen, wurde Christian Überschall in Salzburg
unlängst zum »besten in München lebenden Schweizer
Kabarettisten« gewählt. Überschall hat diese
Auszeichnung zum Anlass genommen, unter dem Titel »Das Wunder von
Bern« ein Highlight-Programm aus seinen Bühnen-Klassikern
»Die Zuzibilität der Weisswurscht«, »Cunnilingus
ist kein Honigschlecken« und »Reif für die
Insel« zusammenzustellen. Als »feinsinniger
Spötter«, oder »alpiner Woody Allen« wurde er
gerühmt und man sagt ihm nach, dass sein sparsam dosierter
körperlicher Einsatz überaus prächtig mit seiner
geistigen Überschallgeschwindigkeit korrespondiert.
Aber auch Privates gibt er auf den Kabarettbühnen dieses Landes
immer wieder gerne Preis und teilt so beispielsweise seiner Fangemeinde
mit, dass er seit 1970 schuldlos mit einer Deutschen verheiratet sei.
Sie stamme aus Magdeburg, woran er die Hoffnung knüpfte, dass dann
nicht ständig Verwandtschaft auf der Matte stehe. Deswegen habe
auch er geweint, als 1989 die Mauer fiel. Wenn man das Multitalent
Überschall auf eine zentrale Fragestellung reduzieren müsste,
wäre dies sicher diese: Gibt es einen speziellen Schweizer Humor
und wenn ja warum nicht? Kurzum: Wer Emil verehrt wird an
Überschall seine helle Freude haben.